16.05.2017 Herren

Teisbach bezwingt Frauenbiburg auch im Rückspiel


Im letzten Stadt-Derby der Saison trafen der SV Frauenbiburg und der FC Teisbach aufeinander. Dabei konnte Teisbach knapp 50 Minuten mit einem Mann mehr agieren, setzte den 3:1-Sieg aber erst spät um.

Der aktuelle Tabellenstand und die lange Saison ließen die Brisanz vergangener Stadt-Derbys etwas vermissen und selbst Teisbachs mitgereiste Schlachtenbummler waren ungewohnt schweigsam. Zudem war die Stimmung vielleicht etwas gedämpft weil in beiden Lagern aktuell verletzte und angeschlagene Spieler stehen und kein Team in Bestbesetzung auflief. Teisbach hatte noch dazu das Landkreis-Derby gegen Landau von Freitag in den Knochen. Beide Wettstreiter wollten wohl zuerst testen, wie man mit dem geringsten Aufwand das Maximum herausholen konnte. Der erste Durchgang war relativ ausgeglichen und jede Seite hatte seine Phasen. Teisbach wirkte anfangs aber selbstbewusster und souveräner. Außer je einem Warnschuss aus der Distanz – Gregor Derek für den FC, Thomas Aigner für den SV – sah man nur wenige wirkliche Torchancen. Die erste Großchance bekam Frauenbiburg in der 25. Minute als Simon Nowak am FC-Strafraum querlegte zu Hugo Pradela, der aus fünf Metern Teisbachs Keeper Patrick Lehner anschoss. Dadurch, dass Frauenbiburgs Spieler mit viel Körpereinsatz spielten, gab es schon einige kleinere Fouls, die natürlich lautstark reklamiert wurden. So erhielt ein SV-Kicker bei einer relativ undramatischen Aktion schon früh die gelbe Karte. Dramatisch ist aber, dass sich ein FC-Kicker dabei schwer am Knie verletzte und vom Platz musste. An dieser Stelle seien dem Ex-Frauenbiburger Stefan Viehbeck die besten Genesungswünsche gesandt.

In der Folge konterte Teisbach zweimal gefährlich. Beim ersten Mal enteilte der eingewechselte Jonas Schreiner nach Kone Zuspiel über links und setzte zur Flanke auf Franz Gruber an, der jedoch nicht an den Ball kam. Beim zweiten Konter war es ähnlich, doch erreichte Gruber dieses Mal die Flanke, konnte das Spielgerät aber in der Hektik des Geschehens nur mehr unkontrolliert neben den SV-Kasten lenken. Kurz vor Schluss fing sich das Heimteam dann aber eine unnötige und auch unberechtigte gelb-rote Karte ein. Dabei versperrte ein schon gelb vorbelasteter SV-Spieler mit leicht abgespreiztem Arm - weit in des Gegners Hälfte - den Laufweg eines FC-Außenbahnspielers und erhielt dafür völlig überzogen seine zweite gelbe Karte.

Für den zweiten Durchgang war zu erwarten, dass Teisbach die nun dezimierten Frauenbiburger überrollen würde. Doch dem war nicht so und schon kurz nach Wiederanpfiff fasste sich Frauenbiburgs Alois Fuchs ein Herz, drängte mit dem Ball am Fuß energisch in den FC-Strafraum, ließ sich dabei abdrängen und steuerte in Richtung Torauslinie. Teisbachs junger Torwart Lehner ging ihm aber zu ungestüm entgegen und brachte Fuchs im letzten Moment zu Fall. Den berechtigten Strafstoß trat Nowak, scheiterte aber zuerst an Lehners Fußabwehr, ehe er den Abpraller zum 1:0 einschoss. Nach dem mehr als unnötigem Elfer und der unerwarteten Rückstand war Teisbach natürlich etwas geschockt und kämpfte gegen die weiten Bälle auf Nowak an, was zu einigen Freistößen und Ecken führte, nach denen Nowak zweimal aus kurzer Distanz über und neben den FC-Kasten köpfte. Teisbach fing sich aber wieder und versuchte sich sogleich mit einer Direktabnahme von Daniel Vielhuber. Jonas Schreiner enteilte auch einmal und bediente Erik Dotzauer, der in aussichtsreicher Position scheiterte. Ein Schreiner-Freistoß aus 20 Metern landete zudem in den Armen von SV-Keeper Hans Bader.

Auch wenn Frauenbiburg Chancen hatte, lag Teisbachs Ausgleichtreffer irgendwie in der Luft und Vielhuber zwang Keeper Bader zu einer Parade, die eine Ecke zur Folge hatte, nach der es dann auch klingelte. Dabei zog Gregor Derek vom Sechzehner flach ab, Michael Geislinger brachte seinen Fuß in die Flugbahn und staubte so aus fünf Metern ab. Zu diesem Zeitpunkt war der Treffer verdient, wobei Frauenbiburg mit einen Mann weniger sogar noch Gelegenheiten zur erneuten Führung bekam. So ging ein Fuchs-Schuss knapp daneben. Ein Pradela-Freistoß verfehlte ebenso nur um Haaresbreite. Eine Riesenchance für Frauenbiburg wurde verspielt als Nowak und Pradela zu zweit auf nur einen FC-Abwehrspieler zuliefen und den Ball leichtfertig vertändelten. Dann aber war es wieder Zeit für etwas mehr Emotionen, als Frauenbiburgs Thomas Aigner Marcel Hochleitner 14 Meter seitlich vor dem eigenen Tor ungestüm und regelwidrig fällte und Franz Gruber per Strafstoß souverän zum 1:2 verwandelte. Natürlich war dieser Elfer berechtigt, doch zu allem Überfluss verhängte der Unparteiische noch die rote Karte, die auch hier wohl der nun phasenweise hitzigen Atmosphäre geschuldet war. Mit nun zwei Mann weniger ging natürlich nichts mehr für den SV und bei einem FC-Konter verschätzte sich der eingewechselte Frauenbiburger Ersatztorwart Michael Daffner, so dass Patrik Krol den 1:3-Endstand markieren konnte. Der Torhüterwechsel erfolgte deshalb, weil sich Hans Bader zuvor bei einer waghalsigen Rettungsaktion wohl eine schwere Verletzung am Fuß zuzog.

Alles in allem hat Teisbach verdient gewonnen, weil eben in der Endphase noch zwei Treffer gelangen. Bis zum 1:1 wäre jedoch eine Punkteteilung das gerechtere Ergebnis gewesen.

Im Vorspiel sahen die Zuschauer ein kurioses Spiel, in dem Teisbach war vor allem im ersten Durchgang absolut überlegen war und in der 60. Minute schon mit drei Toren führte. Mit dem einsetzenden Regen kam Frauenbiburg aber zurück und ging nach Aufholjagd mit dem Last-Minute Siegtreffer als 4:3-Sieger vom Platz.